Wie die Schweiz mit der Welt vernetzt ist

In der Schweiz, vorab in Genf, haben heute mehr als 500 internationale Organisationen ihren Sitz. Gleichzeitig ist die Schweiz selber Mitglied verschiedener internationaler Institutionen – zum Beispiel der UNESCO (seit 1949), des Europarats (1963) oder der UNO (2002).

Völkerbund

Die Schweiz trat 1920 dem Völkerbund bei, nachdem die Mehrheit der Stimmberechtigten und eine knappe Mehrheit der Stände die Vorlage gutgeheissen hatte. Die erste Vollversammlung fand im November 1920 in Genf statt. Die Schweiz nahm als Vollmitglied teil, verzichtete jedoch aus neutralitätsrechtlichen Überlegungen auf eine Einsitznahme im Völkerbundsrat. Informationen zur Politik der Schweiz im Völkerbund und zu den Überlegungen, die diese prägten, finden sich im Bestand Abteilung für Auswärtiges (1768-1961) sowie in den Privatnachlässen des damaligen Bundesrats Giuseppe Motta (1834-1990) und des Diplomaten und Delegierten beim Völkerbund William Rappard (1868-1972).

Vereinte Nationen

Als die Organisation der Vereinten Nationen (United Nations Organization, UNO) 1945 gegründet wurde, sah es zunächst danach aus, als würde die Schweiz ebenfalls beitreten. Zumindest hätte dies dem Willen des damaligen Bundesrats entsprochen, der vor allem wirtschaftliche Interessen geltend machte. Ein Beitritt scheiterte vorerst allerdings an innenpolitischen Widerständen. Einblicke in diese Diskussionen geben die Handakten des damaligen Bundesrats Max Petitpierre (1914-1983) und des Diplomaten Walter Stucki (1915-1962). Die politischen Auseinandersetzungen in den Folgejahren sind in den Beständen Abteilung für politische Angelegenheiten (1849-1980) und Politische Direktion (1901-2000) dokumentiert.

Trotzdem arbeitete die Schweiz von Anfang an und somit lange vor ihrem Beitritt 2002 in verschiedenen UNO-Unterkommissionen mit. Informationen dazu gibt es in folgenden Beständen: Ständige Mission der Schweiz bei den Vereinten Nationen, New York (1924-1993), Ständige Mission der Schweiz bei den internationalen Organisationen, Genf (1955-1994), Ständige Vertretung der Schweiz bei den Vereinten Nationen und den internationalen Organisationen in Wien (1978-1992). Wirtschaftliche Fragen werden überdies im Bestand Bundesamt für Aussenwirtschaft (1883-2001) thematisiert.

Parallel dazu wurde die Schweiz Mitglied von Organisationen und Institutionen der UNO, beispielsweise jener für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Sie vertrat dabei ihre Interessen in Gremien, organisierte Konferenzen und formulierte Initiativen. Informationen dazu sind in den Beständen Ständige Vertretung der Schweiz bei der UNESCO, Paris (1950-1989), Ständige Vertretung der Schweiz bei FAO, IFAD und WFP, Rom (1993-) und Politische Direktion (1901-2000) nachzulesen.

Europäische Integration

Die Schweiz ist zwar nicht Mitglied der Europäischen Union (EU), jedoch seit den 1950er-Jahren stark verbunden mit dem Europäischen Wirtschaftsraum. Beispielsweise ist sie Gründungsmitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta), die seit 1960 besteht. Die Schweiz schloss mit der EU für verschiedene Bereiche bilaterale Verträge ab, etwa für den Luftverkehr, die Forschung, die Landwirtschaft und die Personenfreizügigkeit. Dokumentiert ist diese schrittweise Integration in den Beständen aller davon betroffenen Departemente, vor allem in den Beständen Integrationsbüro EVD/EDA (1951-1996), Abteilung für politische Angelegenheiten (1849-1980) und Politische Direktion (1901-2000). Hier sind auch die Handakten verschiedener Chefbeamten greifbar, denen eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen zukam.

Die Schweiz ist zudem seit 1963 Mitglied im 1949 gegründeten Europarat. Sie ist dort im Ministerrat und im Europaparlament vertreten. Mehr dazu findet sich in den Beständen Ständige Vertretung beim Europarat, Strassburg (1957-1988), Mission bei den Europäischen Gemeinschaften, Brüssel (1965-2000) und im Bestand der Delegation der Bundesversammlung beim Europarat (1992-1995 und 1995-2000).

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Letzte Änderung 15.09.2016

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